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Toyota Avensis Combi: Mittel-Klasse

20.08.2009 | 10:30 | Ein Beitrag von Eric Schmeer | Keine Kommentare

Deutlich modernere Karosserie: Der 4,77 Meter lange Toyota Avensis Combi

Deutlich modernere Karosserie: Der 4,77 Meter lange Toyota Avensis Combi

Das Auffälligste am Toyota Avensis ist seine Unauffälligkeit. Die einen nennen es Langeweile, aber die Käufer schätzen die zurückhaltende Art. Wird das auch in den neuesten Modellgeneration so bleiben?

Langweiler mit Qualitäten, Focus online

Hinsichtlich der nackten Maße spielt der Avensis Kombi ganz klar in der Mittelklasse. Was inzwischen bedeutet: Es handelt sich um eine ganz schön große Kiste. 4,77 Meter misst der Kombi von Stoßstange zu Stoßstange, der Kofferraum fasst 543 bis 1609 Liter. Passat, Mondeo und Insignia präsentieren sich mit ähnlichen Werten, sind sogar noch etwas größer.

Im Innenraum fällt auf, dass die Materialien die bekanntermaßen gute Verarbeitungsqualität von Toyota nicht unbedingt widerspiegeln. Die Kunststoffe hinterlassen einen stellenweise billigen Eindruck.

Zwei Unzulänglichkeiten sind dem Design geschuldet: Zum einen ist der Wagen rundherum sehr unübersichtlich.

    Die Van-artig weit vorne platzierte A-Säule stört den Blick in Kurven, die breite C-Säule beim Rangieren

Weil Letztere auch noch vergleichsweise schräg steht, stößt der Kofferraum bei sperrigen Gütern trotz nomineller Größe recht früh an seine praktische Beladungsgrenze.

Die deutsche Mittelklasse steht auf Diesel. 150 PS gehören inzwischen zum Standard. Und genau die bietet der Avensis Combi in der von uns getesteten Motorisierung 2,2 D-4D. Obwohl es sich um einen modernen und sehr laufruhigen Common-Rail-Diesel handelt, erinnert das Aggregat hinsichtlich der Leistungsentfaltung und des nutzbaren Drehzahlbands an ältere Selbstzünder: Unter 2000 Touren rührt sich nicht viel. Dann folgt plötzlich ordentlicher Schub (maximal 340 Newtonmeter Drehmoment), der ab 3800 Touren aber bereits wieder merklich nachlässt

Der Toyota Avensis Combi ist auch in der Neuauflage das, was er immer war: ein grundsätzlich praktisches, vernünftiges und vor allem unspektakuläres Auto ohne echte Schwächen, aber auch ohne ausgewiesene Stärken.

Für den von uns getesteten Kombi mit 150-PS-Diesel verlangt Toyota 28 950 Euro – ein stolzer Preis. Doch mit dieser Summe muss man auch bei der Konkurrenz rechnen

Dritte Generation mit 150 PS Diesel, auto motor und sport

Mit dezentem Auftreten hat es Toyota immerhin zur Nummer eins in der Welt gebracht. Trotz Längenwachstums um 50 Millimeter kommt der Neue nicht an die Mittelklasse-Riesen Ford Mondeo oder Opel Insignia heran, landet mit 4,77 Metern jedoch auf dem innenstadtkompatiblen Niveau eines VW Passat. Seine ansteigende Seitenlinie macht die hinteren Scheiben jedoch schmal, worunter die Übersicht leidet. Die beim Navigationssystem (1.900 Euro) enthaltene Rückfahrkamera ist daher mehr als nur Spielerei.

Dass Japaner im Schnitt etwas kleiner sind als Europäer, lernen Personen ab 1,80 Meter Länge schmerzhaft an der nicht weit genug öffnenden Heckklappe. Dafür gibt sie einen mit 543 Litern geräumigen Gepäckraum frei, der sich durch Umklappen der Rücksitzlehne ohne Kraftaufwand auf 1.609 Liter vergrößern lässt. Mit 473 Kilogramm fällt die Zuladung für einen Kombi jedoch äußerst knapp aus

Nicht ganz einheitlich der Qualitäts-Eindruck: Toll, dass Handschuhfach und Münz-Versteck mit ihrer samtigen Auskleidung schmeicheln und sich bei Bestellung von Leder (2.000 Euro) sogar das Lenkrad elektrisch in Position bringt.

    Andererseits künden grob gerasterte LCD-Anzeigen für Tankinhalt und Kühltemperatur vom Sparzwang der Entwickler, während Fingerkuppen an Türgriffen und Lautsprechergittern auf scharfe Gussgrate oder abstehende Kunststoffkanten stoßen

Von welchen Straßen Europas Chefentwickler Yamamoto bei der Fahrwerksabstimmung inspiriert wurde, ahnt man schon nach wenigen Metern: von deutschen Autobahnen. Erst bei höheren Geschwindigkeiten federt der 1.667 Kilogramm schwere Kombi geschmeidig und schafft mit stabilem Geradeauslauf Vertrauen. Kurze Wellen schütteln die Insassen jedoch heftig durch, auch Frostaufbrüche und Asphaltflicken sorgen für Unruhe.

Beim im Testwagen eingebauten Diesel mit 150 PS handelt es sich um eine abgespeckte Variante des bekannten 2,2-Liters mit 177 PS, der als Topmotor weiterhin erhältlich ist.

Doch auch die etwas schwächere Variante überzeugt durch vibrationsarmen Lauf und souveränen Durchzug, vor allem aber mit ihrem niedrigen Verbrauch. Wer sich an die Anzeige im Drehzahlmesser hält und früh hochschaltet, kommt mit sechs Litern 100 Kilometer weit – angesichts der Transportkapazität ein Top-Wert.

Vergleichstest Toyota Avensis 2.0 D-4D VW Passat 2.0 TDI, Auto Zeitung

Bei der Materialauswahl zeigen die Japaner nun ein geschickteres Händchen. Der Innenraum präsentiert sich mit hochwertigen Materialien von hoher Anfassqualität und hinterlässt einen stimmigen Eindruck. Das Platzangebot in der ersten Reihe liegt auf dem gleich guten Niveau des Passat. Personen über 1,80 Meter Körpergröße finden allerdings im Avensis keine optimale Sitzposition, da sich das Lenkrad nicht weit genug herausziehen lässt und die hohen Sitzflächen zudem etwas zu kurz bemessen wurden.

Ganz anders der VW: Hier fühlen sich selbst Basketballriesen noch gut aufgehoben. Darüber hinaus steht den Passagieren im Fond eine üppigere Kniefreiheit zur Verfügung, und das 565 Liter große Gepäckabteil ist schluckfreudiger. Der Toyota hält immerhin noch gute 509 Liter bereit.

Spürbar straffer als beim alten Avensis wurde das Fahrwerk abgestimmt. Das steigert zwar die Agilität, derbe Fahrbahnunebenheiten werden jedoch trocken an die Insassen weitergereicht. Selbst der in der optionalen R-Line-Ausstattung gefahrene VW zeigt hier trotz Sportfahrwerk die wesentlich größeren Nehmerqualitäten.

Ein weiterer Vorteil ist sein 140 PS starker TDI, der deutlich durchzugsstärker antritt als der 14 PS schwächere D-4D im Toyota. Dessen Common-Rail-Diesel arbeitet jetzt mit 2000 bar Einspritzdruck, was die Schadstoffemissionen sowie den Verbrauch reduziert. Bei der ersten Ausfahrt nahm sich der Avensis 5,9 Liter, der Passat brauchte 6,2 Liter mehr.

Der kleine Turbodiesel des Japaners gibt seine Kraft etwas verzögert ab, geht dafür aber laufruhig zu Werke und erfüllt zudem die EU-5-Abgasnorm. Überhaupt ist der Avensis ein leises Reisefahrzeug: Alternativ stehen noch zwei stärkere Selbstzünder zur Auswahl – mit 150 PS und 177 PS.

Mit einem Grundpreis von 24950 Euro ist der Toyota exakt 2925 Euro günstiger als der Basis-Passat mit 140 PS; er punktet zudem mit einem Knieairbag für den Fahrer und mit einer umfassenderen passiven Sicherheitsausstattung.

Fazit: Der neue Avensis bietet jede Menge Auto fürs Geld und ist europäischer denn je. Mit viel Platz, wertigerer Anmutung und agilerem Fahrverhalten rückt er ein großes Stück näher an die deutsche Premium-Konkurrenz heran.

Mittelklasse – aber sicher nicht Mittelmass, Automobil Revue

Von Toyota ist man sich ja eher unspektakuläres, aber immerhin massentaugliches Design gewohnt. Richtig mutig gestylt kommt dagegen der neue Toyota Avensis daher. Mit dezenten Anleihen an das bisherige Design ist den Japanern ein eigenständiges, deutlich moderneres Karosseriekleid gelungen. Vorne mit Toyota-typischer Front, welche dank kantigem Frontspoiler aggressiver wirkt als bei anderen Modellen des inzwischen weltgrössten Automobilkonzerns. Die Seitenlinie wird dominiert durch die keilförmigen lang gezogenen Seitenscheiben und einer Sicke im unteren Türbereich.

Das Kombiheck wirkt sportlich solide mit weit in den Seitenbereich hineinlaufenden Rückleuchten. Grosse, in der getesteten Linea-Sol-Premium-Ausführung serienmässige 18-Zoll-Räder im 10-Speichen- Design verstärken den sportlichen Eindruck.

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