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Honda Civic Type R: Zuverlässig durstig

12.10.2009 | 22:45 | Ein Beitrag von Eric Schmeer | 1 Kommentar

Dicke Backen, große Spoiler: der Auftritt des Honda Civic Type R ist betont sportlich

Dicke Backen, große Spoiler: Sportlicher Auftritt des Honda Civic Type R

Der Honda Civiv Type R mag es gerne hochtourig: Bis zu 8400 Touren dreht der Zweiliter-Motor in bester Honda-Tradition hoch und lässt dabei 201 Pferdchen freien Lauf. Knapp 60.000 Kilometer brachte er so beim Dauertest von sport auto hinter sich, und zwei Faktoren blieben dabei konstant: Der kompakte Sportler war höchst zuverlässig, und er war zuverlässig durstig. Auf der übelsten Bleifuß-Etappe war der 50-Liter-Tank nach nicht einmal 150 Kilometern soweit, dass er Nachschub brauchte. Der Testverbrauch pendelte sich bei 11,5 Litern auf 100 Kilometer ein.

Japanischer Kompakt-Sportler im Langzeit-Test, sport auto

Insgesamt 58.805 Kilometer und 28 verschiedene Fahrer in genau 528 Tagen – das Fahrtenbuch verrät, welche Strapazen der Langzeit-Redaktionsgast aushalten musste. Lange Autobahnfahrten, gemütliches Zuckeln im Stadtverkehr oder heiße Runden auf der Nordschleife – das Testprogramm des Honda Civic Type R war höchst umfangreich.

Für den sport auto-Härtetest rollt das Topmodell in den Dauertest-Fuhrpark. Unter der Motorhaube des kompakten Japaners trommelt ein Vierzylinder-Reihenmotor mit variabler Ventilsteuerung und 201 Pferden zum Angriff auf die sportliche Konkurrenz à la Golf GTI.

    Die ersten Eindrücke sprechen eine andere Sprache: „Der Motor ist eine Luftpumpe“, lautet ein subjektiver Eintrag ins Fahrtenbuch des Neuzugangs

Fakt ist: Das Honda-Triebwerk giert nach Drehzahlen und erreicht erst bei 5.600/min sein maximales Drehmoment von 193 Newtonmeter. Ab 5.400/min blitzt im Kombi-Instrument ein gelbes Lämpchen auf und verrät, dass die Nockenwellen nun in scharfer Hab-Acht-Stellung und mit längeren Ventilöffnungszeiten toben.

Fünf Schaltlampen später liegt die Höchstdrehzahl von 8.400 Umdrehungen an – der kreischende Zweiliter-Sauger verlangt nach der nächsten Schaltstufe.

Nur die Schaltvorgänge des Sechsganggetriebes mit kurzen Schaltwegen unterbrechen die Drehzahlorgie.

Der Civic ist nichts für schaltfaule Freunde der gemütlichen Gangart. Bei welchem Tempo auch immer – die kernige Stimme des Zweiliter-Saugers ist jederzeit unüberhörbar.

Für weniger Begeisterung als der sportliche Klang sorgt der starke Durst des Zweiliter-Motors. Wer alle sechs Gänge regelmäßig bis zur Höchstdrehzahl ausreizt, erlebt an der Tankstelle eine böse Überraschung. Der Maximalverbrauch von fast 30 Litern Super Plus auf 100 Kilometer ist auch bei äußerst ambitioniertem Fahrstil nicht mehr zeitgemäß.

„Tank zu klein“, vermerkte der Fahrer des Maximalverbrauchs, als er bereits nach 143 Kilometern wieder an die Zapfsäule rollen musste. Im Type R mutiert selbst ein normales Tankvolumen von 50 Litern schnell zur Pfütze. Im Durchschnitt schlürfte der Kompaktsportler 11,5 Liter auf 100 Kilometer.

    Und die Moral von der Geschicht? Als Dauertestkandidat erwies sich der Honda Civic
    Type R stets als zuverlässiger Begleiter

Nach 3.661 Kilometern tauschten die Mechaniker das Kombiinstrument wegen eines Elektronikdefekts auf Garantie. Bei Kilometer 39.930 ging‘s noch einmal abseits der Serviceintervalle auf die Hebebühne. Wegen verstärktem Verschleiß mussten die hinteren Bremsscheiben und -beläge gewechselt werden.

Weitere unplanmäßige Boxenstopps gab es nicht. Der Type R meidet außerplanmäßige Werkstattbesuche so konsequent wie die Japaner Messer und Gabel.

Drehorgel: Sein maximales Drehmoment erreicht der Type R erst bei 5400 Touren

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  • Tags: Autotest · Langzeittest

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