Am Äußeren mag es nicht unbedingt liegen, der Bravo hat eine gefällige, coupéartige Form – aber immer vier Türen – und keine gravierenden funktionellen Schwächen. Seine Handikaps sind anderer Art: Verglichen mit Volkswagens Bestseller fehlt es ihm deutlich an der Anfassqualität, die der Käufer heute als vorrangige vertrauensbildende Eigenschaft betrachtet. Trotz seiner inzwischen zwei Jahre am Markt hat der Bravo diese sicht- und fühlbare Reife bisher nicht erreicht, und so wird er dem Golf auch fürderhin kaum zur Gefahr werden – schon gar nicht am deutschen Markt.
Immerhin hat Fiat den Bravo im vergangenen Jahr mit neuen Dieselmotoren aufgewertet. Der bisherige 1,9-Liter-Vierzylinder (…) wurde – dem allgemeinen Trend zur Verkleinerung der Hubräume folgend – durch einen neuen 1,6-Liter ersetzt. Ihn gibt es in zwei Leistungsstufen, mit 77 kW (105 PS) und mit 88 kW (120 PS).
Wir fuhren jetzt die stärkere Version und waren, um das Negative gleich vorwegzunehmen, von ihrer Kraftstoff-Ökonomie nicht begeistert
6,5 Liter Diesel je 100 Kilometer im Durchschnitt waren genauso viel, wie wir 2007 im 1,9-Liter-Bravo mit erheblich mehr Leistung (110 kW/150 PS) benötigten.
Noch gravierender ist allerdings der unerfreulich geringe Federungskomfort des Bravo auf nahezu allen Fahrbahnen: Auch hier trennen ihn Welten vom Golf, und Fiat sollte sich wirklich überlegen, ob man einer von wem auch immer gewünschten Sportlichkeit zuliebe wichtige Eigenschaften eines Autos einfach vernachlässigen darf.














0 Antworten bis jetzt ↓
Kommentar schreiben