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Fiat 500C 1.4 16V Dualogic: Italienischer Charme

22.07.2009 | 07:26 | Ein Beitrag von Eric Schmeer | Keine Kommentare

Offen von der Frontscheibe bis zur Kofferraumklappe: Fiat 500 Cabrio

Offen von der Frontscheibe bis zur Kofferraumklappe: Fiat 500 Cabrio

Ein ordentlich motorisierter kleiner, offener Wagen mit automatisiertem Schaltgetriebe, das müsste doch die ideale Kombination zum Cruisen auf kurvigen Bergstraßen sein sein – im Prinzip ja.

Fiat 500C 1.4 16V Dualogic – La Dolce Vita, Auto Zeitung

Also ab in die Berge nordwestlich von Turin, wo der Himmel blau ist und das Gras grün. Leise knackend entriegelt sich die Stoffbahn im Tempobereich bis etwa 60 km/h und fährt automatisch in mehreren Etapppen zurück, bis sie in Endstellung als dickes Bündel auf der nun waagerecht liegenden gläsernen Heckscheibe über die Kofferraumklappe lappt.

Wer jetzt etwas einladen will, muss nicht erst das Verdeck schließen: Öffner im verchromten Heckklappengriff betätigen, zusehen, wie das Dach leise surrend ein Stückchen hochfährt – und rein mit der Tasche.

Das macht alles einen durchdachten und soliden Eindruck, wie auch die Serienausstattung den Eigenheiten des 500C Rechnung trägt. Schon das Basismodell Pop hat zwar kein ESP, aber sieben Airbags, MP3-Radio, elektrische Fensterheber und sogar Parksensoren an Bord, was die durch den dicken Verdeckstapel enorm beeinträchtigte Sicht nach hinten ein wenig kompensiert. Die Sensoren haben aber Pause, denn wir erobern die kleinen Bergsträßchen mit dem 1,4-Liter-Benziner.

    Das süße Leben im 500C ist also nicht unbedingt ein billiger Spaß. Doch ein Spaß ist es auf jeden Fall

Dessen 100 PS sind eher drehfreudig als durchzugsstark, und das automatisierte Schaltgetriebe Dualogic (900 Euro Aufpreis) legt in engen Serpentinen ruckelnden Leistungsmangel offen, wenn es den ersten Gang einlegt. Doch im Normalfall weiß man nach kurzer Eingewöhnung, wann die Elektronik die Gänge wechselt, lupft kurz das Gas und vermeidet so störende Rucke. Manuelles Schalten ist natürlich ebenfalls möglich.

Schnell macht sich unkrawalliger Fahrspaß breit, obwohl die Sitzposition hoch und die Polsterung weich geraten ist. Doch der ungekünstelte Charme des kleinen Fiat entschädigt für vieles – vielleicht auch für die Preise. 2800 Euro liegen zwischen dem normalen 500er und dem 500C, dessen Dach vom Zulieferer Magna stammt, der Fiat im Poker um Opel ausstach. Das 69 PS-Basismodell kommt so auf 13.800 Euro. Der 1,4-Liter-Handschalter und der 75-PS-Diesel liegen bei mindestens 15.800 Euro.

Fiat 500 C-Fahrbericht | auto motor und sport

Es gibt ein paar Sachen, die Italien grundsätzlich eher nicht vermag. Das Einhalten von Flugplänen gehört dazu oder das Verständnis für Vorfahrtsregeln jeglicher Art. Aber dann stehst du vor dem Fiat 500 C – dem neuesten Auto der Firma, die uns noch vor ein paar Jahren den Palio Weekend und den Marea angetan hat – und du weißt, dass niemand außer Fiat so ein wunderbares kleines Auto hinbekommen hätte. Das liegt auch daran, dass die Turiner es nicht übertrieben haben. Der offene Cinque ist kein Vollcabriolet, sondern bekommt ein Faltschiebedach.

    Doch schon die ersten Meter mit dem 500 C machen dir klar: Spar’ dir alle anderen Extras, verzichte auf den ganzen Klimbim der 2.000 Euro teuren Ausstattungsversion Lounge, wracke, wenn es anders nicht reicht, ungefragt das Auto deiner Schwiegermutter ab – aber bestell’ dieses Faltdach

Es fährt bei jedem Tempo auf Knopfdruck am Frontscheibenrahmen bis zur Dachkante zurück. Bis Tempo 60 klinkt sich das zusammengeschobene Softtop auf einen zweiten Knopfdruck von der Kante aus. Die gläserne und beheizbare Heckscheibe legt sich dann auf die Hutablage, darauf krempelt sich die Stoffbahn.

Dabei türmt sie sich hoch auf, so dass die Farbe ihres Innenstoffs die einzige Information ist, die sich noch im Innenspiegel erheischen lässt. Das bleibt der einzig wirkliche Kritikpunkt am C-Cinque.

Der Faltmützen-Cinque fährt sich nicht anders als der mit festem Dach – warum sollte er, bei den wenigen Änderungen? Also lenkt er zügig, aber nicht gierig ein und bleibt in Kurven unproblematisch.

An der geringen Mitteilungsfreudigkeit der Lenkung ändert auch der Abruf einer strafferen Kennlinie über den Sport-Knopf nichts. Er reduziert nur die Servo-Unterstützung und hypersensibilisiert das Ansprechverhalten des Gaspedals.

Am 3. September beginnt der erste Sommer des 500 C bei uns. Und wahrscheinlich können sie noch immer nicht so ganz damit umgehen, die Fiat-Händler, dass sie mit dem 500 inzwischen ein Auto im Programm haben, das man ihnen nicht wegen, sondern trotz des Preises abkauft.

Mindestens 13.800 Euro sind es beim offenen 500. Viel Geld für so ein kleines und familienuntaugliches Auto, mag dein Kopf dir sagen. Aber hör’ nicht auf ihn. Hör’ auf den süßen Unsinn, den der Wind dir ins Ohr flüstert.

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