Audi A6 3.0 TDI und Jaguar XF Diesel im Vergleichtest, auto motor und sport
Ein Audi A6 zum Beispiel. Der steht mit dem kräftigen Dreiliter-V6-TDI nebst Quattro-Antrieb und Sechsstufenautomatik für 49.150 Euro in der Preisliste – und in mehrfacher Ausführung auf jedem Supermarkt-Parkplatz. Nichts für Individualisten.
Das sorgt für Hoffnung bei Marken wie Jaguar. Die Briten haben mit ihrer neuen Designsprache sogar ausgetretene Pfade verlassen, um neue Kunden zu ködern. Diese müssen immerhin 59.600 Euro für den Jaguar XF 3.0D S in der Ausstattung Premium Luxury im Alu-Köfferchen mitbringen.
Dafür entschädigt der elegante, nach viel, aber nicht traditionell nach Jaguar aussehende Viertürer mit einer standesgemäßen Serienausstattung sowie einem 275 PS starken Selbstzünder.
Dessen maximales Drehmoment von 600 Newtonmetern begräbt eventuell verbliebene Zweifel an der Oberklasse-Würdigkeit von Dieselmotoren mit sanfter Gewalt, aber unwiederbringlich unter sich.
Andererseits verblüfft das doppelt aufgeladene Triebwerk mit einem Minimalverbrauch von 5,8 L/100 km. Der Testverbrauch fiel mit 9,6 Litern ungleich höher aus, da der akustisch sehr zurückhaltende V6 oft und gerne von der Leine gelassen wurde.
Glaubt man dem Hersteller, soll es dabei dank adaptivem Fahrwerk – dessen Dynamikmodus plakativ mit einem Druck auf die Taste mit karierter Startflagge aktiviert wird – in Kurven ähnlich schnell vorwärtsgehen wie auf der Geraden.
Entführt der Fahrer nun den Jaguar XF ins kurvenreiche Hinterland, wird jedoch schnell klar, dass Jaguar sein Versprechen nicht halten kann
Beim zackigen Einlenken strebt er trotz der vergleichsweise günstigen Gewichtsverteilung – nur 53,3 Prozent des Fahrzeugsgewichtes belasten die Vorderachse – untersteuernd gen Grünstreifen und wird dabei rigoros vom ESP heruntergebremst.1. Audi A6 3.0 TDI, 503 Punkte*
Eine silberne A6-Limousine löst beim Betrachten keine große Überraschung aus – umso mehr beim Fahren. Mit gutem Komfort und ungeachtet der ungünstigen Gewichtsverteilung hoher Fahrdynamik lässt der 35 PS schwächere, aber trotz Allradantrieb 67 Kilogramm leichtere Audi A6 dem Jaguar keine Chance.2. Jaguar XF Diesel, 464 Punkte
Der druckvolle und dennoch sparsame Motor des Jaguar XF schafft es, auch die härtesten Verfechter des Otto-Prinzips für sich zu gewinnen. Zudem harmoniert er perfekt mit der kuschelweich schaltenden Automatik. In puncto Federungskomfort erfüllt der Jaguar XF die Erwartungen dagegen nicht.
* von 650 möglichen Punkten














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