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Die Verlierer der Abwrackprämie

16.03.2009 | 16:14 | Ein Beitrag von Eric Schmeer | Keine Kommentare

Gebrauchtwagenmarkt: Die Kunden machen sich derzeit eher rar

Gebrauchtwagenmarkt: Die Kunden machen sich derzeit eher rar

Was passiert, wenn in einem komplizierten System an einer Stellschraube gedreht wird? Richtig: An der gewünschten Stelle tritt im besten Fall der erhoffte Effekt ein. Wir erleben es gerade bei der Abwrackprämie: Die Autokäufer stürmen die Autohäuser in der (berechtigten) Sorge, dass der Fördertopf bald leer ist und sie ebenso leer ausgehen.

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Gehe nicht über Los, ziehe keine 2500 Euro Zuschuss für ein neue Auto ein. Aber wo Gewinner sind, gibt es oft auch Verlierer.

Und das sind nicht nur die Afrikaner, denen die Gebrauchtwagen ausgehen, weil jetzt in Deutschland hunderttausende alter Autos auf dem Schrott landen und nicht in einem Seefrachtcontainer. Der Gebrauchtwagenhandel in Deutschland ist auch massiv betroffen vom Run auf die Neuwagen, wie sich in einem langen Hintergrundstück der Frankfurter Allgemeinen Zeitung mit dem Titel “Hoffentlich ist bald Ende mit dem Spuk” nachlesen lässt.

Ein Darmstädter Autohändler schildert seine prekäre Lage:

Seniorchef Darko Smit blickt mit äußerst gemischten Gefühlen in die Zukunft: „Was kommt da in nächster Zeit auf uns zu?“ fragt er. „Wer kauft sich in fünf oder sechs Monaten noch einen Gebrauchtwagen? Und zu welchem Preis?“

Durch die 2500 Euro Staatsknete für Neuwagenkäufer, mit Hilfe der oft gleichhohen Rabatte der Hersteller noch verdoppelt, rutschen die Preise für Neuwagen so weit nach unten, dass zu einem ein, zwei oder drei Jahre alten Gebrauchtwagen gar kein so großer preislicher Abstand mehr besteht. Klar, dass die Kunden in solch einem Fall den Neuwagen bevorzugen, der erstens nagelneu ist und zweitens mindestens zwei Jahre Sachmängelhaftung und teilweise noch ein paar Jahre obendrauf Herstellergarantie hat.

Einige Marktbeobachter fürchten schon länger, dass die Abwrackprämie für die Gebrauchtwagenhändler zu einer mittleren Katastrophe werden könnte. Die Bonner Unternehmensberatung Simon Kucher & Partners hat sich in einer Studie mit den Auswirkungen beschäftigt. Die Prämie werde für die Gebrauchtwagenhändler zum „Dilemma“, lautet das Fazit der Untersuchung. Martin Gehring, Autoexperte bei Simon Kucher, hält deshalb die Gebrauchtwagenhändler für „die großen Verlierer der Abwrackprämie“. Besonders bitter sei das, weil sie „ohne diese Marktverzerrung“ zu den Krisengewinnern gehört hätten.

Kein Wunder also, dass die Händler, die überwiegend Gebrauchtwagen im Programm haben, schon sehnlichst darauf hoffen, dass der Fördertopf von 1,5 Milliarden Euro bald leer ist. Lange kann es nicht mehr dauern, wenn die Berechnungen des Kraftfahrzeuggewerbes stimmen, spiegel online schreibt über “Endzeitstimmung bei der Abwrackprämie”, lässt aber offen, ob der Fördertopf noch bis Ostern oder Pfingsten reicht.

Den Gebrauchtwagenhändlern kann es gar nicht schnell genug gehen, die Stimmung ist schlecht, die Lage dramatisch, so die FAZ.

“Die Leute kaufen Neuwagen, Neuwagen, Neuwagen“, jammert einer von Smits Nachbarn. „Wir bleiben auf der Strecke. Erst letzte Woche hat hier im Viertel der erste Betrieb die Tore für immer geschlossen.“

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