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Dauertest Opel Corsa 1.7 CDTi: Gemischte Gefühle

03.02.2010 | 19:42 | Ein Beitrag von Klaus Justen | Keine Kommentare

An sich solide, gutes Handling, aber zu hoher Verbrauch: Opel Corsa

An sich solide, gutes Handling, aber zu hoher Verbrauch: Opel Corsa

Ein Kleinwagen zum Gesamtpreis von 25.000 Euro – das tut schon ein wenig weh. Aber sowohl bei auto motor und sport als auch beim Autoclub Europa ACE, die beide den Opel Corsa 1.7 CDTi im Dauertest hatten, stand diese Zahl ganz unten bei Gesamtbetrag, nachdem der Dauertestwagen mit ein paar hübschen, aber teuren Extras ausgestattet war.

Während der Corsa bei dem Stuttgarter Automobilclub bereits vor rund eineinhalb Jahren den Dauertest durchlief, hat er bei auto motor und sport seine 100.000 Kilometer aktuell geschafft.

Dabei erwies sich der Opel nicht nur in der Anschaffung teuer, sondern auch bei den Wartungskosten und vor allem beim Verbrauch. Bei auto motor und sport wies die Addition der Tankbelege am Schluss einen Durchschnittsverbrauch von 7,2 Litern auf 100 Kilometer aus, das ist reichlich für einen Kleinwagen-Diesel, der mit einem Normverbrauch von 4,8 Litern geführt wird. Beim ACE kam der Corsa mit 6,7 Litern durch – auch das kein Ruhmesblatt.

Gegensätzliche Aussagen gibt es indes zur Qualität der rund 1800 Euro teuren DVD-Navigation im Corsa: Während der ACE diese über den grünen Klee lobt, zeigt sich auto motor und sport sehr enttäuscht von den Führungsqualitäten der Navi.

In beiden Dauertests musste der Corsa zu einer teureren Reparatur in die Werkstatt, die auf Garantie lief – aber auch leicht einen vierstelligen Betrag hätte kosten können.

Im Autotest
Opel Corsa 1.7 CDTi, Vierzylinder-Turbodiesel, 125 PS, maximales Drehmoment 280 Newtonmeter, Normverbrauch 4,8 l/100 km, CO2-Ausstoß 130 g/km, Testverbrauch 7,2 l/100 km, Testwagenpreis 25.515 Euro

Der Opel Corsa 1.7 CDTi im Dauertest, auto motor und sport

Zwar sind die Vordersitze auch nach 100.000 Kilometern noch straff, bleibt der solide verarbeitete Innenraum klapperfrei und unverwohnt, doch das liegt vor allem an den Materialien, deren vornehmlicher Charakterzug Robustheit, nicht Anmut ist. Daran ändert die staubempfindliche Mittelkonsole im Klavierlack-Look nichts.

Der kernige Diesel verantwortet zudem vier der fünf ungeplanten Werkstattaufenthalte. Knapp vor Halbzeit meldet die Motorwarnleuchte einen Fehler – der Partikelfilter verlangt nach einer Regeneration. 14.000 km später blinkt sie erneut auf, diesmal wegen einer defekten Leitung des Drucksensors am Partikelfiltersystem.

Bei Kilometerstand 74.591 schaltet der Motor kurzzeitig ins Notprogramm – Schuld ist ein Ventil für die Abgasrückführung. Alles Kleinigkeiten, bis kurz vor Testende die Hochdruckpumpe für die Direkteinspritzung erneuert werden muss. Weil der Schaden im Fall des Dauertestwagens nach erst gut zwei Jahren auftritt, behebt ihn Opel auf Kulanz, andernfalls hätte er 1.451 Euro gekostet.

    Auf große Dramen oder Liegenbleiber
    verzichtet der Opel Corsa D, dagegen schmälern Kleinigkeiten den guten Eindruck

So bleibt es bei Reparaturrechnungen über verschmerzbare 179 Euro für Bremsbeläge, Glühlampen und die mehrfach abgebrochenen Haltezapfen der Laderaumabdeckung.

Dazu kommen drei Inspektionen, deren durchschnittliche Aufwendungen wegen des teuren Zahnriemenwechsels bei der 90.000er-Wartung auf 410 Euro steigen.

Wenig überzeugende Extras, Detailmängel und der Diesel mit anfälliger Peripherie verhageln dem an sich soliden und recht wertstabilen Opel Corsa D ein besseres Ergebnis als Platz sechs im Mängelindex.

Dauertest Opel Corsa 1.7 CDTI Cosmo, ACE Auto Club Europa

Für einen Kleinwagen ist der Preis hoch, eigentlich zu hoch. Trotzdem, bei unserem Testwagen passt das Gesamtpaket. Die 125 PS hielten wir anfangs für übermotorisiert – bis zur ersten größeren Fahrt. Auch längere Abschnitte mit Tempo 160 erhöhen keineswegs den Stresspegel, Zwischenspurts zum Überholen sind auch an Steigungen möglich und selbst bei voller Be ladung zeigt der Kleine keine Ermüdungserscheinungen.

Uneingeschränkten Beifall erntete unser Corsa in der Disziplin “Handling”.

    Das sportliche Fahren war verführerisch, schlug
    sich aber beim Spritverbrauch nieder

Bei gemäßigter Fahrweise lassen sich durchaus Werte um fünf Liter pro hundert Kilometer realisieren, im Schnitt benötigte der Diesel während unseres Marathons aber 6,7 Liter – für einen Kleinwagen dann doch zu viel.

Kurz bevor wir unser Ziel von 42.195 Kilometern erreicht hatten, wurde ein ungeplanter Boxenstopp nötig. Nachdem bei der ersten Inspektion nach 30.000 Kilometern kein Befund vorlag, klapperte es knapp 10.000 Kilometer später im Motorraum. Der Grund war nicht schlimm, nur ärgerlich: Am Bügel für den Motorein- und -ausbau war eine Schraube abgebrochen – sie war wohl zu fest angezogen worden und später durch die anhaltende Vibration gebrochen. Um diesen Bügel, der im Prinzip nur für die Montage gebraucht wird, zu entfernen, musste zuerst der Turbolader ausgebaut werden. Der Werkstattaufenthalt ging aber komplett auf Garantie.

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