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Abarth 500 Esseesse: Geschüttelt, nicht gerührt

08.09.2009 | 19:58 | Ein Beitrag von Eric Schmeer | Keine Kommentare

Kleiner Überflieger: Fiat 500 Abarth

Kleiner Überflieger: Fiat 500 Abarth

UPDATE • Knapp 33.500 Franken, das sind 22.000 Euro – stolzer Preis für einen aufgemotzten Kleinwagen. Die Schweizer Automobil Revue hat den Fiat 500 Abarth mit dem 5000 Franken teuren Tuningkit und 160 statt 135 PS schon gefahren. Um es salopp zu sagen: Der Abarth wird durch sein noch strafferes Fahrwerk endgültig zum Schlagloch-Suchgerät.

Geschüttelt, Automobil Revue

Was ist ein Sportwagen ohne die Möglichkeit von Zusatzleistung? Eben. Deshalb bietet Abarth für den bereits satt bestückten 500 den Leistungskit Esseesse (sprich: esse-esse). Dieser Kit steht mit Fr.4990.– auf der Preisliste und kommt nicht ab Werk, sondern wird direkt vom Abarth-Händler eingebaut. Somit steigt der Preis auf rund Fr. 33500.–. Stattlich.

Die modifizierte Motorsteuerung, erhöhter Ladedruck und der spezielle BMC-Luftfilter sind mitverantwortlich, dass der 1,4-L-Turbo statt 99 kW (135 PS) bei 5000/min im Esseesse eine Leistung von 117 kW (160 PS) bei 5750/min bietet.

Das Drehmomentmaximum beträgt neu 206 Nm, in der Power-Stellung 230 Nm bei 3000/min. Der normale Abarth 500 stellt 180 (Power 206) Nm bei 3000/min zur Verfügung. Unverändert bleiben die Übersetzungen des 5-Gang-Getriebes und der Achse.

Ebenfalls Teil des Esseesse-Kits sind eine um 15 mm tiefer gelegte Karosserie, spezielle 17-Zoll-Felgen und 205/40er-Reifen. Die Bremsscheiben sind rundum gelocht und vorn noch leistungsfähiger.

Nach wenigen Metern Fahrt spüren wir die sportliche Abstimmung – noch straffer als das bereits durch die Baugrösse des Wagens gegebene, eingeschränkt komfortable Abarth-Originalfahrwerk.

Lediglich auf sehr guten Strassen stört diese Straffheit nicht, auf den meisten Schweizer Strecken aber entwickelt sich diese Abstimmung zur Härteprüfung. Es ist etwas anderes, wenn James Bond bei Wodka Martini meint: «Geschüttelt, nicht gerührt.» Weniger wäre mehr.

Zwergen-Aufstand des stärksten Fiat 500, sport auto

Er ist unverkennbar ein Fiat, darf den Namen des italienischen Großserienherstellers jedoch nicht führen: Mit 160 Pferdestärken markiert der Abarth esseesse die Spitze im Fiat 500er-Sortiment.

Zugegeben – der aus- und kleingeschriebene Namenszusatz des stärksten 500ers scheint irgendwie nicht der Weisheit letzter Schluss zu sein. Aber wer möchte schon mit einem 500 Abarth SS gesehen werden? Eben.

Dabei bezeichnen die beiden aus historischen Gründen so gründlich in Verruf geratenen Lettern in diesem Fall ganz harmlos den Begriff Super Sport. Und der hat bei der von Carlo Abarth gegründeten, inzwischen zu 100 Prozent dem Fiat-Konzern gehörenden Sportdependance mit dem Skorpion im Wappen Tradition.

Im Jahr 1964 fanden erstmals mit dem Zusatz esseesse versehene leistungsstärkere Fiat 500- und 600-Varianten den Weg auf öffentliche Straßen – damals noch direkt von der Rennstrecke aus.
 


Der aktuelle auf dem 135 PS starken 500 Abarth basierende und mit dem 2.500 Euro teuren Leistungskit versehene 500 esseesse kann zwar keine derartige Herkunft für sich verbuchen, tritt dank moderater Ladedruckerhöhung und BMC-Luftfilter aber mit achtbaren 160 PS an.

Allerdings bringt der kleine Viersitzer aufgrund der übrigen im esseesse Performance Kit enthaltenen Items (17-Zoll-Leichtmetallfelgen mit 205er-Pirelli P Zero-Pneus, gelochte Bremsscheiben, Sportbremsbeläge, 15-Millimeter-Tieferlegung und Reifendrucksensoren) auch 23 Kilo mehr auf die Waage als die anno 2008 getestete normale Abarth-Version.

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